Inhalt
- Auf einen Blick: Online-Casino in Österreich
- Die Rechtslage in Österreich in Zahlen
- win2day oder Casino ohne österreichische Konzession: der Vergleich
- Was Spieler in Österreich konkret riskieren
- Verluste zurückfordern: was der OGH dazu sagt
- Glücksspielgesetz neu: was ab 2027 geplant ist
- Österreich und Deutschland: wo die Unterschiede liegen
- Spielbanken, Automaten und Sportwetten
- Unsere Österreich-Ratgeber
- Seriöse Online Casinos in Österreich: was das Wort hergibt
- So prüfst du eine Glücksspiel-Lizenz selbst
- Rechtliche Lage in 5 Punkten
- Hilfe bei Glücksspielproblemen in Österreich
- Häufige Fragen
In Österreich hat genau ein Anbieter eine Konzession für Online-Casinospiele: die Österreichische Lotterien GmbH mit ihrer Plattform win2day, Konzession laut Finanzministerium gültig bis 30. September 2027. Jedes andere Online-Casino, das du von Österreich aus erreichst, spielt ohne österreichische Konzession, auch mit einer Lizenz aus Malta, Estland oder Curaçao. Für dich als Spieler ist das nicht nur eine Formalie: Wer von Österreich aus bei einem nicht konzessionierten Anbieter einzahlt, begeht nach § 52 Abs 5 Glücksspielgesetz (GSpG) eine Verwaltungsübertretung, die mit bis zu 7.500 € bestraft werden kann.
Auf dieser Seite findest du die Rechtslage in Zahlen, einen Vergleich zwischen win2day und EU-lizenzierten Casinos ohne österreichische Konzession, den Stand der OGH-Rechtsprechung zur Rückforderung von Verlusten, die geplante Reform von 2026 und Links zu allen Österreich-Ratgebern auf casinoohnelizenzen.com.
Diese Seite ist reine Information: Wir empfehlen in Österreich keine Anbieter ohne österreichische Konzession. Du findest hier deshalb keine Casino-Liste, keine Bewertungen einzelner Offshore-Marken und keine Links zu ihnen, sondern die Rechtslage, die Zahlen dahinter und Wege, eine Lizenz selbst zu prüfen.
Auf einen Blick: Online-Casino in Österreich
| Frage | Antwort | Fundstelle |
|---|---|---|
| Wer darf Online-Casinospiele anbieten? | nur die Österreichische Lotterien GmbH auf win2day.at, Konzession bis 30. September 2027 | § 14 GSpG, BMF-Konzessionsliste |
| Wer betreibt die Spielbanken? | Casinos Austria AG, 12 Standorte, Konzessionen bis 31.12.2027 bzw. 31.12.2030 | BMF-Konzessionsliste |
| Zählt eine Lizenz aus Malta, Estland oder Curaçao? | nein, sie ersetzt die österreichische Konzession nicht | BMF, FAQ Glücksspielmonopol |
| Was riskiert ein Spieler bei Anbietern ohne Konzession? | Verwaltungsstrafe bis 7.500 € bei Vorsatz, sonst bis 1.500 € | § 52 Abs 5 GSpG |
| Was riskiert, wer solche Anbieter bewirbt? | bis 22.000 €, auch für die „unternehmerische Schaltung von Internet-Links“ | § 52 Abs 1 Z 6 und Z 9 GSpG |
| Kann man Verluste zurückfordern? | nach ständiger OGH-Rechtsprechung grundsätzlich ja | OGH 1 Ob 182/22d |
| Was ändert sich? | Entwurf eines neuen Glücksspielgesetzes, noch nicht beschlossen | BMF, 4. August 2026 |
| Wo gibt es Hilfe? | Spielsuchthilfe Wien +43 1 544 13 57, Hotline 0800 20 52 42 | spielsuchthilfe.at, BMF |
Warum wir hier keine Casinos auflisten
Das Glücksspielgesetz bestraft nicht nur das Veranstalten verbotener Ausspielungen, sondern auch, wer die Teilnahme daran fördert oder sie im Inland bewirbt (§ 52 Abs 1 Z 6 und Z 9 GSpG). Ausdrücklich genannt ist die unternehmerische Schaltung von Internet-Links. Eine Vergleichsliste mit Bonusangeboten und Anmeldeknöpfen wäre genau das. Wir beschränken uns deshalb auf Information: wie das System funktioniert, was du riskierst, wie Bonusbedingungen rechnen und wie du eine Lizenz selbst prüfst. Wie wir Anbieter in anderen Märkten einordnen, erklärt die Seite So bewerten wir.
Die Rechtslage in Österreich in Zahlen
Österreich regelt Glücksspiel bundesweit im Glücksspielgesetz von 1989 (BGBl. Nr. 620/1989). Anders als Deutschland kennt Österreich keine Lizenzen für private Online-Casinos. Die wichtigsten Bestimmungen, direkt aus dem Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS):
| Punkt | Regelung | Fundstelle |
|---|---|---|
| Monopol | Das Recht zur Durchführung von Glücksspielen ist dem Bund vorbehalten | § 3 GSpG |
| Online-Casino | gilt rechtlich als „elektronische Lotterie“: Teilnahme über elektronische Medien, Ergebnis wird zentral ermittelt | § 12a Abs 1 GSpG |
| Konzession | vergibt das Finanzamt Österreich nach öffentlicher Interessentensuche; Voraussetzung u. a. Sitz in EU/EWR und mindestens 109 Mio. € Stamm- oder Grundkapital | § 14 GSpG |
| Konzessionär | Österreichische Lotterien GmbH (win2day.at), gültig bis 30. September 2027 | BMF-Liste der Konzessionäre |
| Spieler bei Anbietern ohne Konzession | Teilnahme strafbar, wenn die Einsätze vom Inland aus geleistet werden; bis 7.500 € bei Vorsatz, sonst bis 1.500 € | § 52 Abs 5 GSpG |
| Anbieter ohne Konzession | Verwaltungsstrafe bis 60.000 € | § 52 Abs 1 Z 1 GSpG |
| Werbung und Vermittlung | bis 22.000 €, ausdrücklich auch für die „unternehmerische Schaltung von Internet-Links“ | § 52 Abs 1 Z 6 und Z 9 GSpG |
| Abgabe auf Online-Spiel | 45 % der Jahresbruttospieleinnahmen (Einsätze minus Gewinne), auch für Anbieter ohne Konzession | § 57 Abs 2 GSpG |
| Gewerbsmäßiges Spiel | gerichtlich strafbar: bis 6 Monate Freiheitsstrafe oder 360 Tagessätze | § 168 Abs 2 StGB |
| Netz- und Zahlungssperren | derzeit kein allgemeines System in Kraft, nur geplant (Entwurf August 2026) | BMF, 4. August 2026 |
Die 45 % gelten seit 1. Juli 2025. Davor lag der Satz bei 40 %; angehoben hat ihn das Budgetbegleitgesetz 2025 (BGBl. I Nr. 25/2025). Diese Abgabe trägt der Anbieter, nicht du. Sie zeigt aber, wie Österreich den Markt sieht: Wer Spieler aus Österreich annimmt, soll zahlen, auch ohne Konzession.
win2day oder Casino ohne österreichische Konzession: der Vergleich
Die Unterschiede liegen nicht beim Spielangebot, sondern beim Schutz, den du bekommst, und beim Rechtsweg. Die Werte für win2day stammen von dessen Spielerschutzseiten. Die rechte Spalte beschreibt, was in den AGB EU-lizenzierter Anbieter aus Malta und Estland typischerweise steht; im Einzelfall gilt immer die jeweilige AGB.
| Kriterium | win2day (Österreichische Lotterien) | Online-Casinos ohne österreichische Konzession |
|---|---|---|
| Konzession in Österreich | ja, nach § 14 GSpG | nein (etwa Lizenz aus Malta, Estland oder Curaçao) |
| Teilnahme aus Österreich | erlaubt | nach § 52 Abs 5 GSpG strafbar (Verwaltungsübertretung) |
| Einzahlungslimit | Pflichtlimit: unter 26 Jahren 250 €/Woche, ab 26 zwischen 1 € und 1.680 €/Monat; höher nur unter Bedingungen | kein vorgegebenes Limit, nur selbst gesetzte Grenzen |
| Limit erhöhen | frühestens nach 24 Stunden wirksam, nächste Erhöhung erst nach 7 Tagen | je nach Anbieter meist nach 24 bis 48 Stunden Wartezeit |
| Spielpause und Sperre | 24-Stunden-Pause, Teilsperre, Selbstsperre | Auszeit und Selbstsperre, gilt nur für die jeweilige Seite |
| Willkommensbonus | kein klassisches Einzahlungspaket | häufig Einzahlungspakete mit 25x bis 50x Umsatz |
| Auszahlung | aufs eigene Bankkonto | häufig mit Tages- und Monatsgrenzen, etwa 5.000 € pro 24 Stunden |
| Sprache | Deutsch | oft nur Englisch |
| Beschwerdeweg | österreichische Aufsicht und Gerichte | Anbieter, dann eine Schlichtungsstelle laut AGB; österreichisches Urteil in Malta schwer vollstreckbar |
Wer wegen der Bonuspakete oder höherer Einsätze ins Ausland schaut, tauscht einen staatlich überwachten Limitrahmen gegen Limits, die du selbst setzen und selbst einhalten musst. Das kann bewusst gewählt sein. Es sollte aber nicht passieren, weil eine Werbeseite „legal in Österreich“ verspricht. Das stimmt für kein Casino ohne Konzession.
Was Spieler in Österreich konkret riskieren
Viele Ratgeber schreiben, Spieler in Österreich seien „straffrei“. Das gibt der Gesetzestext nicht her. § 52 Abs 5 GSpG lautet: „Die Teilnahme an Elektronischen Lotterien, für die keine Konzession nach diesem Bundesgesetz erteilt wurde, ist strafbar, wenn die erforderlichen Einsätze vom Inland aus geleistet werden.“ Die Bestimmung gilt in der Fassung BGBl. I Nr. 104/2019 seit 1. Jänner 2021 (§ 60 GSpG); eine ältere Fassung des Abs 5 war 2013 aufgehoben worden, was manche Ratgeber bis heute verwechseln. Zuständig sind die Verwaltungsstrafbehörden, nicht das Strafgericht. Du bekommst also keinen Eintrag im Strafregister, sondern im Ernstfall eine Geldstrafe.
Vier Risiken, die praktisch zählen
- Verwaltungsstrafe: bis 7.500 € bei Vorsatz, bis 1.500 € bei Fahrlässigkeit. Wie oft Behörden das gegen einzelne Spieler durchsetzen, ist in keiner offiziellen Statistik ausgewiesen. Rechne nicht damit, dass „nie etwas passiert“.
- AGB-Klausel zu verbotenen Ländern: Viele Casinos ohne österreichische Konzession schließen neben ihrer Länderliste jedes Land aus, in dem Registrierung oder Teilnahme gegen örtliches Recht verstoßen. Ein Anbieter kann sich bei einem Streit um eine Auszahlung darauf berufen.
- Gewerbsmäßiges Spielen: Wer regelmäßig spielt, um sich eine Einnahmequelle zu verschaffen, kann nach § 168 Abs 2 StGB gerichtlich bestraft werden. Für Freizeitspieler ist das selten relevant, für Pokerprofis schon.
- Kein österreichischer Spielerschutz: Das win2day-Pflichtlimit, die Spielbanken-Regeln nach § 25 GSpG und künftig das geplante zentrale Sperrregister gelten im Ausland nicht.
Steuern spielen dagegen kaum eine Rolle: Gewinne privater Spieler sind in Österreich grundsätzlich einkommensteuerfrei, weil sie unter keine Einkunftsart des Einkommensteuergesetzes fallen. Anders kann es aussehen, wenn das Spielen gewerbsmäßig betrieben wird. Zinsen auf angelegte Gewinne sind wie jeder andere Kapitalertrag zu versteuern.
Verluste zurückfordern: was der OGH dazu sagt
Hier ist Österreich für Spieler deutlich günstiger als viele andere Länder. Der Oberste Gerichtshof (OGH) sieht Online-Glücksspiel ohne Konzession als verbotenes Glücksspiel an. Die Verträge darüber sind nach § 879 Abs 1 ABGB nichtig, und verlorene Einsätze können zurückgefordert werden.
Die Kernaussagen
- OGH 1 Ob 182/22d vom 12. Oktober 2022: „Die Durchführung einer Ausspielung ohne Konzession stellt ein verbotenes Glücksspiel dar.“ § 1174 ABGB, der die Rückforderung bei verbotenen Geschäften sonst sperren kann, steht der Rückforderung von Spielverlusten nicht entgegen. Eine mögliche Strafbarkeit des Spielers nach § 52 Abs 5 GSpG ändert daran nichts, weil diese Strafe nicht den Anbieter schützen soll.
- Der OGH verweist in dieser Entscheidung auf eine ständige Linie mehrerer Senate, etwa 6 Ob 229/21a (Online-Poker), 9 Ob 54/22i und 7 Ob 102/22h.
- EuGH, 15. Jänner 2026, C-77/24 (Wunner): Auf Vorlage des OGH entschied der Gerichtshof der EU, dass bei Klagen gegen die Geschäftsführer eines Anbieters ohne Lizenz grundsätzlich das Recht des Landes gilt, in dem der Spieler wohnt. Für Spieler mit Wohnsitz in Österreich heißt das in der Regel: österreichisches Recht.
Wo es hakt
Ein Urteil in Österreich ist das eine, das Geld zu bekommen das andere. Malta hat 2023 mit Artikel 56A seines Gaming Act (bekannt als „Bill 55“) festgelegt, dass maltesische Gerichte die Anerkennung und Vollstreckung solcher ausländischen Urteile gegen Inhaber einer MGA-Lizenz verweigern. Der OGH hat sich mit dieser Bestimmung bereits befasst (3 Nc 36/24k). Dazu kommen Verjährungsfristen, Beweisfragen (Kontoauszüge, Spielhistorie) und die Frage, welche Firma genau dein Vertragspartner war. Prozessfinanzierer und Anwaltskanzleien werben mit solchen Klagen. Lass dir vor einer Klage Kosten und Chancen schriftlich geben und rechne nicht mit einem sicheren Ergebnis.
Wer eine Rückforderung prüfen lassen will, sollte vorher drei Dinge sammeln: alle Ein- und Auszahlungen aus den Kontoauszügen, die Spielhistorie aus dem Casinokonto (vor einer Kontoschließung herunterladen) und die genaue Betreiberfirma laut AGB zum Zeitpunkt der Einsätze. Ohne diese Unterlagen kann auch eine Kanzlei den Anspruch nicht beziffern.
Wichtig für die Reihenfolge: Die Rückforderung ist ein Argument gegen das Spielen bei Anbietern ohne Konzession, kein Grund dafür. Wer mit dem Gedanken einzahlt, Verluste später einzuklagen, unterschätzt Dauer, Kosten und Vollstreckungsrisiko.
Glücksspielgesetz neu: was ab 2027 geplant ist
Am 4. August 2026 hat das Finanzministerium den Entwurf eines neuen Glücksspielgesetzes an die EU-Kommission übermittelt. Damit läuft eine dreimonatige Stillhaltefrist. Die parlamentarischen Arbeiten können in dieser Zeit weiterlaufen, den Beschluss kann das Parlament laut BMF aber erst nach Ende der Frist fassen. Ein Datum für das Inkrafttreten nennt das Ministerium nicht. Bis dahin gilt das hier beschriebene Recht. Geplant sind laut BMF:
- ein offenes Konzessionsverfahren für Online-Glücksspiel statt der einen Lotterien-Konzession,
- eine Stichtagsregel: Illegale Anbieter müssen ihr Angebot bis 1. Jänner 2027 einstellen, sonst gilt eine Sperrfrist von 18 Monaten (ab 2030: 24 Monate), bevor sie eine Konzession bekommen können,
- Payment-Blocking, Blacklisting und Netzsperren gegen Anbieter ohne Konzession,
- ein zentrales, betreiber- und spielartenübergreifendes Sperrregister für Casino, Automaten und Online-Spiel,
- ein zentrales, anbieterübergreifendes Einzahlungslimit für Online-Glücksspiel, niedriger für 18- bis 26-Jährige,
- eine feste Zahl von 13 Spielbankkonzessionen, die auch gebündelt vergeben werden dürfen (derzeit betreibt Casinos Austria 12 Spielbanken).
Für dich heißt das: Casinos, die heute ohne Konzession Österreicher annehmen, haben einen Anreiz, sich bis Ende 2026 zurückzuziehen, wenn sie später eine Konzession wollen. Konten können also geschlossen werden. Halte dein Guthaben bei solchen Anbietern niedrig und zahle Gewinne zeitnah aus. Wir aktualisieren diesen Abschnitt, sobald das Gesetz beschlossen ist.
Offen ist auch, wie das neue Gesetz mit Werbung und Vergleichsseiten umgeht. Schon heute stellt § 52 Abs 1 Z 9 GSpG das Bewerben verbotener Ausspielungen im Inland unter Strafe. Seiten, die Casinos ohne Konzession als „legal in Österreich“ anpreisen, solltest du deshalb mit Vorsicht lesen.
Österreich und Deutschland: wo die Unterschiede liegen
Viele Leser von casinoohnelizenzen.com kennen die deutsche Rechtslage. In Österreich funktioniert fast alles anders, obwohl die Casinos oft dieselben sind. Die Tabelle stellt die beiden Systeme nebeneinander.
| Thema | Österreich | Deutschland |
|---|---|---|
| Grundlage | Glücksspielgesetz des Bundes (GSpG 1989) | Glücksspielstaatsvertrag 2021 der Länder |
| Private Online-Slots mit Lizenz | nein, Monopol mit einer Konzession (win2day) | ja, Erlaubnis der GGL, Whitelist |
| Spieler bei Anbietern ohne Erlaubnis | Verwaltungsstrafe bis 7.500 € (§ 52 Abs 5 GSpG) | § 285 StGB: bis 6 Monate oder 180 Tagessätze |
| Einsatzgrenze Slots | keine gesetzliche Grenze für Online-Spiel im GSpG; win2day setzt eigene Limits | grundsätzlich 1 € pro Spin, seit 1.7.2026 gestuft bis 5 € |
| Einzahlungslimit | bei win2day Pflichtlimit (unter 26: 250 €/Woche); zentrales Limit erst geplant | anbieterübergreifend 1.000 €/Monat über LUGAS, mit Ausnahmen |
| Zentrale Sperrdatei | noch keine, im Entwurf 2026 geplant | OASIS |
| Steuer der Anbieter auf Online-Slots | 45 % der Bruttospieleinnahmen | 5,3 % auf den Einsatz |
| Netz- und Zahlungssperren | geplant, nicht in Kraft | ja, GGL setzt beides ein |
| Rückforderung von Verlusten | ständige OGH-Rechtsprechung | BGH-Linie, EuGH C-440/23 |
Der wichtigste praktische Unterschied: In Deutschland gibt es lizenzierte private Slot-Anbieter mit festen Spielregeln, in Österreich nur eine einzige konzessionierte Plattform. Deshalb landen viele Österreicher bei Anbietern ohne Konzession, und deshalb ist die Rückforderungs-Rechtsprechung hier so umfangreich.
Spielbanken, Automaten und Sportwetten
Online ist nur ein Teil des Bildes. Die Konzessionen für die zwölf Spielbanken hält die Casinos Austria AG, laut Finanzministerium gültig bis 31. Dezember 2027 beziehungsweise 31. Dezember 2030 je nach Standort. Dazu gehören unter anderem Wien, Graz, Salzburg, Linz, Innsbruck, Baden und Velden. Der Besuch ist ab 18 Jahren erlaubt (§ 25 Abs 1 GSpG). Spielbanken müssen außerdem bei begründeter Annahme, dass ein Gast sein Existenzminimum gefährdet, Bonitätsauskünfte einholen und ein Beratungsgespräch führen; kommen sie dem nicht nach, haften sie für die dadurch entstandenen Verluste.
Glücksspielautomaten außerhalb von Spielbanken sind Landessache: Die Bundesländer können nach § 5 GSpG Bewilligungen für sogenannte Landesausspielungen erteilen, nicht jedes Land tut das. Video-Lotterie-Terminals betreibt die Österreichische Lotterien GmbH unter ihrer Konzession in eigenen Outlets mit 10 bis 50 Geräten (§ 12a Abs 2 GSpG).
Sportwetten fallen in Österreich nicht unter das Glücksspielmonopol, sondern unter die Wettgesetze der Bundesländer. Deshalb gibt es dort private, landesrechtlich bewilligte Buchmacher. Für Online-Casinospiele, die ein Wettanbieter zusätzlich anbietet, gilt das aber nicht: Slots und Live-Casino bleiben elektronische Lotterien und damit Teil des Monopols. Ein Sportwetten-Konto mit Casino-Reiter ist also kein Beleg dafür, dass das Casino-Angebot in Österreich erlaubt ist.
Unsere Österreich-Ratgeber
Jede Seite im Österreich-Bereich behandelt eine konkrete Suchfrage mit Zahlen und Rechenbeispielen. Alle verlinken zurück auf diese Übersicht.
| Ratgeber | Worum es geht |
|---|---|
| Casino Bonus ohne Einzahlung | 10, 20 und 50 € ohne Einzahlung: wie die Angebote rechnen, warum Umsatz und Auszahlungsgrenze den Wert bestimmen |
| Casino Mindesteinzahlung | 1, 5, 10 und 20 €: was du mit kleinen Beträgen bekommst und welche Gebühren den Betrag auffressen |
| Casinos mit schneller Auszahlung | Bearbeitungszeit, Zahlungsweg, Verifizierung und Tageslimits im Vergleich |
| Paysafecard Casinos | die Wertkarte aus Österreich im Casino: Limits, Gebühren und warum du damit nicht auszahlen kannst |
| Vulkan Vegas Bonus | was vom bekannten Angebot heute übrig ist und was du vorher prüfen solltest |
| Ice Casino Bonus Code | Status, Lizenz und Bonusbedingungen im Faktencheck |
| Casino Spiele kostenlos | Demo-Modus ohne Anmeldung: wie Gratisspiel funktioniert und wo die Unterschiede zum Echtgeld liegen |
Ausführliche Einzeltests einzelner Marken findest du im Casino-Test. Wer sich für die Lizenz aus Malta interessiert, liest weiter bei MGA Casinos, einen Überblick über Anbieter aus anderen Ländern gibt Ausländische Casinos.
Seriöse Online Casinos in Österreich: was das Wort hergibt
„Seriös“ ist kein Rechtsbegriff, und keine Behörde vergibt ein Siegel dafür. Rechtlich gibt es in Österreich nur zwei Kategorien: konzessioniert (win2day) und nicht konzessioniert (alle anderen). Innerhalb der zweiten Gruppe unterscheiden sich die Anbieter aber deutlich, und genau dort hilft ein nüchterner Blick auf prüfbare Fakten mehr als jedes Gütesiegel auf der Startseite.
Vier Merkmale sind ein sinnvoller Mindeststandard: eine Lizenz, die du selbst im Register des Regulators findest; eine Betreiberfirma mit Adresse und Handelsregisternummer in einem EU-Staat; schriftlich festgelegte Auszahlungsgrenzen und Fristen statt vager Versprechen; und Werkzeuge zum Selbstschutz, die ohne Anruf beim Support funktionieren. Fehlt einer dieser Punkte, ist das ein klares Warnsignal, egal wie hoch der Bonus ist.
Umgekehrt macht keiner dieser Punkte ein Casino ohne Konzession in Österreich erlaubt. Eine MGA-Lizenz bedeutet, dass die maltesische Behörde Kapital, Technik und Geldwäscheprävention prüft. Sie bedeutet nicht, dass österreichische Regeln eingehalten werden oder dass ein österreichisches Gericht dir beim Eintreiben hilft.
So prüfst du eine Glücksspiel-Lizenz selbst
Ob ein Online-Casino in Österreich konzessioniert ist, lässt sich in wenigen Minuten klären. Du brauchst dafür keine Vergleichsseite, nur die Fußzeile des Anbieters und die öffentlichen Register.
- Österreichische Konzession nachsehen: Das Finanzministerium veröffentlicht die Liste der Konzessionäre und Ausspielbewilligten. Für Online-Casinospiele steht dort nur die Österreichische Lotterien GmbH mit win2day.at. Wer nicht auf dieser Liste steht, hat keine österreichische Konzession, egal was die Werbung sagt.
- Ausländische Lizenz im Register prüfen: Eine Malta-Lizenz findest du im öffentlichen Register der Malta Gaming Authority, eine estnische in der Liste der Steuer- und Zollbehörde EMTA, eine Curaçao-Lizenz bei der Curaçao Gaming Authority. Lizenznummer und Firmenname müssen mit der Fußzeile übereinstimmen.
- Betreiberfirma prüfen: Name, Sitz und Handelsregisternummer gehören in die AGB. Fehlen sie, fehlt dir im Streitfall der Ansprechpartner.
- Länderliste in den AGB lesen: Viele Anbieter führen „Excluded Territories“ und dazu eine Sammelklausel für Länder, in denen die Teilnahme verboten ist. Für Österreich ist diese Klausel wegen § 52 Abs 5 GSpG relevant.
- Auf Warnsignale achten: „Legal in Österreich“ für einen Anbieter ohne Konzession ist falsch. Ebenso verdächtig sind Lizenznummern, die im Register nicht auftauchen, oder Siegel, deren Prüfseite leer bleibt.
Wer diese Schritte durchgeht, sieht schnell: Eine ausländische Lizenz sagt etwas über die Aufsicht im Ausland, aber nichts darüber, ob das Angebot in Österreich erlaubt ist. Das ist es nicht.
Rechtliche Lage in 5 Punkten
- Online-Casinospiele sind in Österreich Teil des Glücksspielmonopols des Bundes (§ 3 GSpG). Konzessioniert ist nur win2day der Österreichischen Lotterien.
- Eine Lizenz aus Malta, Estland oder Curaçao ersetzt die österreichische Konzession nicht. Für den OGH ist ein solches Angebot verbotenes Glücksspiel.
- Die Teilnahme von Österreich aus ist nach § 52 Abs 5 GSpG mit bis zu 7.500 € strafbar. „Legal“ oder „straffrei“ ist das Spielen dort also nicht.
- Verluste bei Anbietern ohne Konzession sind nach ständiger OGH-Rechtsprechung grundsätzlich rückforderbar; die Vollstreckung gegen maltesische Anbieter ist wegen Artikel 56A des maltesischen Gaming Act schwierig.
- Netzsperren und Zahlungssperren gibt es derzeit nicht, sie sind im Entwurf vom August 2026 geplant. Zentrale Sperren und Limits gelten bei ausländischen Anbietern nicht.
Hilfe bei Glücksspielproblemen in Österreich
Wenn du merkst, dass du mehr einsetzt als geplant, Verluste zurückholen willst oder heimlich spielst, hol dir früh Unterstützung. Die Beratung ist in Österreich kostenlos.
- Spielsuchthilfe Wien: Helpline +43 1 544 13 57, Stolberggasse 26, 1050 Wien, [email protected]; seit 1982, österreichweit, kostenfrei, vertraulich und auf Wunsch anonym, auch für Angehörige und mit Onlineberatung.
- Glücksspielsucht-Hotline der Universitätsklinik für Psychiatrie (MedUni Wien): 0800 20 52 42.
- In den Bundesländern: etwa b.a.s. Steiermark (0316 82 11 99), die Beratungsstellen Clean in Feldkirch, Bregenz und Bludenz, die Spielsuchtambulanz de La Tour in Villach (04242 24 368) und das Anton Proksch Institut in Wien (01 880 10-0). Die vollständige Liste führt das Finanzministerium unter „Hilfsangebote in den Bundesländern“.
- Sperren: Bei win2day gibt es Spielpause, Teil- und Selbstsperre. Bei ausländischen Casinos gilt eine Selbstsperre nur für die jeweilige Seite; Sperrprogramme wie Gamban oder BetBlocker blockieren Glücksspielseiten auf deinem Gerät.
Mehr dazu, wie du Limits setzt und Warnzeichen erkennst, steht auf unserer Seite Verantwortungsvolles Spielen.
Häufige Fragen
Welche Online-Casinos sind in Österreich erlaubt?
Nur win2day.at der Österreichischen Lotterien GmbH hat eine Konzession nach § 14 GSpG für elektronische Lotterien, also Online-Casinospiele. Die Konzession ist laut Finanzministerium bis 30. September 2027 gültig. Alle anderen Online-Casinos haben keine österreichische Konzession.
Ist es strafbar, in einem ausländischen Online-Casino zu spielen?
Ja, als Verwaltungsübertretung. Nach § 52 Abs 5 GSpG ist die Teilnahme an elektronischen Lotterien ohne Konzession strafbar, wenn du die Einsätze von Österreich aus leistest: bis 7.500 € bei Vorsatz, sonst bis 1.500 €. Eine gerichtliche Strafe droht nach § 168 Abs 2 StGB nur bei gewerbsmäßigem Spielen.
Reicht eine EU-Lizenz aus Malta in Österreich?
Nein. Eine Lizenz der Malta Gaming Authority erlaubt das Angebot in Malta, ersetzt aber nicht die österreichische Konzession. Der OGH wertet Online-Glücksspiel ohne österreichische Konzession als verbotenes Glücksspiel.
Kann ich verlorenes Geld vom Online-Casino zurückfordern?
Grundsätzlich ja. Nach ständiger OGH-Rechtsprechung, zum Beispiel 1 Ob 182/22d vom 12. Oktober 2022, sind Spielverträge mit Anbietern ohne Konzession nichtig und Verluste rückforderbar. Schwierig ist oft die Vollstreckung, besonders gegen maltesische Anbieter wegen Artikel 56A des maltesischen Gaming Act. Lass dich vorher beraten.
Muss ich Casinogewinne in Österreich versteuern?
Gewinne privater Spieler sind grundsätzlich einkommensteuerfrei. Die Glücksspielabgabe von 45 % der Bruttospieleinnahmen auf Online-Spiele zahlt der Anbieter. Anders kann es bei gewerbsmäßigem Spielen sein, und Erträge aus angelegten Gewinnen sind steuerpflichtig.
Gibt es in Österreich Netzsperren gegen Online-Casinos?
Derzeit nicht. Netzsperren, Payment-Blocking und ein zentrales Sperrregister stehen im Entwurf für ein neues Glücksspielgesetz, den das Finanzministerium am 4. August 2026 an die EU-Kommission übermittelt hat. Beschlossen ist das Gesetz noch nicht.
Wo bekomme ich Hilfe bei Spielsucht in Österreich?
Die Spielsuchthilfe Wien erreichst du unter +43 1 544 13 57, die Glücksspielsucht-Hotline der MedUni Wien unter 0800 20 52 42. In jedem Bundesland gibt es kostenlose Beratungsstellen; das Finanzministerium listet sie unter „Hilfsangebote in den Bundesländern“.
Quellen
- RIS: Glücksspielgesetz (GSpG), geltende Fassung
- RIS: § 52 GSpG Verwaltungsstrafbestimmungen
- RIS: § 57 GSpG Glücksspielabgaben
- RIS: § 168 StGB Glücksspiel
- RIS: OGH 1 Ob 182/22d vom 12.10.2022
- RIS: OGH 3 Nc 36/24k (Art. 56A maltesischer Gaming Act)
- BMF: Konzessionäre und Ausspielbewilligte
- BMF: Finanzministerium setzt nächsten Schritt zu neuem Glücksspielgesetz (4.8.2026)
- RIS: Budgetbegleitgesetz 2025, BGBl. I Nr. 25/2025
- EuGH Pressemitteilung 2/26: Urteil C-77/24 (Wunner), 15.1.2026
- win2day: Limits
- BMF: Hilfsangebote in den Bundesländern
- Spielsuchthilfe Wien
- BMF: FAQ Glücksspielmonopol